17. Januar 2026

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Schloss Marienburg: Warum fehlen die Pläne – und warum ist der Riese plötzlich geschlossen?

 

Schloss Marienburg sieht aus wie ein Märchenschloss: Stein, Türme, perfekte Postkartenwinkel. Und dann stehst du vor dem Tor – geschlossen. „Sicherheitsgründe.“ Wie kann ein Steinriese plötzlich unsicher werden?

In dieser Folge machen wir nichts Mystisches. Wir machen etwas Einfaches: Wir schauen auf das, was man normalerweise nicht zeigt – Dach, Balken, Hohlräume, Feuchtigkeit, versteckte Ebenen. Und dann auf das, was in einer Bauzeit des 19. Jahrhunderts eigentlich selbstverständlich sein müsste: Pläne, Zeichnungen, saubere Dokumentation. Genau die entscheidenden Unterlagen fehlen – oder passen nicht zur Realität. Papier sagt eins. Die Wände sagen etwas anderes.

Wir folgen dem Problem dorthin, wo es wirklich entsteht: in die unsichtbaren Zonen des Schlosses – Dachböden, Schächte, Zwischenräume, Räume ohne Fenster. Und plötzlich versteht man, warum jedes Bohrloch ein Risiko ist, warum Gutachten Jahre fressen, warum Geld, Verantwortung und Versicherungen alles vernebeln – und warum dieses „temporär geschlossen“ so oft zur Normalität wird.

Am Ende bleibt eine Frage, die weh tut: Wenn Marienburg nicht Mittelalter ist, sondern Moderne im Kostüm – warum fehlt ausgerechnet heute das Gedächtnis in den Akten? Und was hat den Riesen wirklich geschlossen: ein normaler Schaden… oder etwas, das man erst sieht, wenn man das Innere neu kartiert?