1. März 2021

Verbotene Misthaufen und warum Deutschlands Insekten-, Vogel- und Bauernsterben damit zu tun hat

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Seit September 2019 rollen deutsche Landwirte mit ihren Traktoren durch Stadt und Land. Sie protestieren gegen eine Düngeverordnung, die seit 1. Mai 2020 in Kraft getreten ist. Ab Januar 2021 wurde diese obendrein ausgestattet mit weiteren Vorgaben, die sie als übergestülpt empfinden. „Das geht uns alle an!“, schreibt unsere Gastautorin Rebecca Sommer.

Seitdem sich der deutsche Bauernwiderstand direkt aus der Basis im September 2019 formierte und sich vor allem die kleinen und mittleren Landwirte gegen Knebelgesetze, Auflagen, Verordnungen und Bürokratie zur Wehr setzten, beobachte und begleite ich diese Bauernbewegung, weil ich davon überzeugt bin: Das geht uns alle an!

Die Wut und Empörung der Bauern kam so richtig ins Rollen, als Landwirtschaftsministerin Klöckner im September 2019 in Thüringen vor versammelten Landwirten sinngemäß gesagt haben soll, wenn diese sich der drohenden Düngeverordnung nicht beugen würden, dass dann die daraus folgenden EU-Strafgebühren von der Altersversorgung der Landwirte abgezogen werden könnten, insgesamt 850.000 € pro Tag.

Dazu ist zu vermerken, dass Bauern nicht wie jeder normale Bürger z.B. ihre Krankenkasse selber aussuchen können, sondern – zwar mit staatlichen Zuschüssen – sowohl eine Zwangskrankenkasse, als auch die Rentenversicherung abschließen müssen.

Den Landwirten wurde eine Düngeverordnung übergestülpt, die seit dem 1. Mai 2020 in Kraft getreten ist. Ab Januar 2021 ist diese obendrein ausgestattet mit weitere Vorgaben. Das passierte deshalb, weil die deutsche Regierung– vereinfacht erklärt – Nitratwerte im Grundwasser an besonders belasteten Messbrunnenstellen gemessen hat und nicht belastete Stellen mit guten Nitratwerten unter den Tisch fallen ließ, und diese dementsprechend katastrophalen Nitratwerte im deutschen Grundwasser der EU meldete.

Deutschlands Umweltministerium hat also nicht flächendeckend die Nitratwerte gemessen, so, wie es andere EU Länder gemacht und der EU gemeldet haben. Einige haben auch nur geschätzt. Der Vorwurf wird unter den Landwirten laut, dass hier von deutschen Behörden bewusst die besonders schlimmen Stellen genutzt und gemeldet wurden.

Bildlich erklärt wurde mir das mit dem Beispiel von Messstellen in Mooren oder dort, wo an der Oberfläche sich zwar normaler Boden, darunter aber sogenannte Moorlinsen befänden, dementsprechend wegen der pflanzlichen Reste extrem hohe Nitratwerte anschlagen würden.

Andere Experten erklärten mir, das Umweltministerium habe ganz gezielt schon vor langer Zeit Messstellen an besonders belasteten Stellen eingerichtet, um genau an diesen Problemstellen zu monitoren, diese Messungen der besonders belasteten Stellen dann beflissentlich an die EU weiterzugeben, ohne weiter darüber nachzudenken, dass das andere Länder eben nicht so machen, sondern einen Durchschnittswert des Landes melden würden.

Fakt ist, dass die EU als Folge darauf, ganz nach Nitratrichtlinie zum Grundwasserschutz, ein entsprechendes Sanktionsverfahren gegen Deutschland einleitete. Deutschland wurde von der EU zu drastischen Nitratreduzierungsmaßnahmen verdonnert, welche vor allem nun unsere Landwirte auszubaden haben – durch die neue Düngeverordnung.

Weggesehen wird aber von der deutschen Politik bei den entsetzlichen Zuständen der Städtekanalisation mit ihren maroden Rohren und dem bei Regen ungefilterten Mist, der neben Fäkalien auch jegliche Pharmazeutika, Chemikalien, Farbreste, Essen, Binden, Klopapier, Wischtücher enthält und in unsere Bäche, Flüsse, Seen und Meere fließt. Das zu beheben, würde aber Geld kosten, was nicht aus der Tasche der Bauern gezogen werden kann, also wird es geflissentlich verschwiegen. Wofür zahlen wir Steuern, wohin fließen die eigentlich, frage ich mich.

https://www.epochtimes.de/meinung/gastkommentar/verbotene-misthaufen-und-warum-deutschlands-insekten-vogel-und-bauernsterben-damit-zu-tun-hat-a3453925.html