22. Januar 2021

Gesundheit: Strophanthin – Hoffnung auf ein Comeback des Herzmedikaments

Foto: Prawda-TV

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache. Wirksame Medikamente sind gefragter denn je. Strophanthin – ein pflanzlicher Wirkstoff – wurde fast ein Jahrhundert lang bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt und galt damals sogar als Standardmedikament.

Ende des 20. Jahrhunderts geriet das Medikament jedoch in Verruf. Ein Streit zwischen Medizinern um die Wirksamkeit von Strophanthin führte zum sogenannten Strophanthin-Skandal. Bei einem Treffen der Mediziner zum wissenschaftlichen Austausch in Heidelberg – bekannt geworden als „Heidelberger Tribunal“ – wurden die Befürworter von Strophanthin vorgeführt und lächerlich gemacht.

Danach galt Strophanthin als verpönt und kaum ein Arzt traute sich noch, es zu verschreiben. Später wurden Vermutungen laut, wonach die Pharma-Lobby Strophanthin gezielt vom Markt verdrängt hat – zu Gunsten teurerer Herzmedikamente.

Heute gibt es nur noch wenige Ärzte, die Strophanthin kennen und wenige Apotheken, die Strophanthin verkaufen. Die Wirksamkeit von Strophanthin ist jedoch nachgewiesen und gut dokumentiert, die Studien aber veraltet. Von einer Neubewertung von Strophanthin würden viele Leute profitieren – denn im Gegensatz zu den Herzmedikamenten, die aktuell im Einsatz sind, hat Strophanthin kaum Nebenwirkungen.

Strophanthin ist ein natürlicher Wirkstoff, der bei diversen Herz- Kreislauferkrankungen hilft. Man unterscheidet g-Strophanthin und k-Strophanthin. Beide werden aus den Samen afrikanischer Schlingpflanzen gewonnen: k-Strophanthin mehrheitlich aus Strophanthus kombé – g-Strophanthin hauptsächlich aus Strophanthus gratus und Acokanthera ouabaio. Die zuletzt genannte Pflanzenbezeichnung führte dazu, dass man in englischsprachigen Ländern g-Strophanthin auch Ouabain nennt.

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