12. Mai 2021

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Wasserstoff für weniger als 1 Euro: Bill Gates investiert Millionen

Ein israelisches Unternehmen will eine potenziell wegweisende Möglichkeit gefunden haben, um grünen Wasserstoff kostengünstig zu produzieren. Ein Investitionsunternehmen des Microsoft-Gründers und milliardenschweren Philanthropen Bill Gates unterstützt das Projekt mit einem zweistelligen Millionenbetrag. Das dürfte unter anderem Toyota freuen, da das Unternehmen bereits auf diese Technologie in seinem Mirai setzt (s. Video).

„Grüner“ Wasserstoff, also Wasserstoff, der mittels regenerativer Energien aus Wasser gewonnen wird, könnte in Zukunft ein wichtiger Bestandteil beim Versuch sein, die Welt umweltfreundlich mit Energie zu versorgen. Bislang steht dem grünen Wasserstoff jedoch noch sein Preis im Weg: Rund drei bis sieben Euro kostet ein Kilo grüner Wasserstoff laut einer Studie der internationalen Agentur für erneuerbare Energien. Somit ist der emissionsarme Energieträger rund zwei- bis viermal so teuer wie grauer Wasserstoff. Grauer Wasserstoff ist jedoch nicht emissionsarm: Für seine Herstellung wird Erdgas unter Hitze in Wasserstoff und CO2 aufgespalten.

Nun will ein israelisches Unternehmen jedoch eine Technologie zur Herstellung von grünem Wasserstoff entwickelt haben, mit der man den Energieträger bereits zu einem Preis von rund einem US-Dollar pro Kilogramm in Volumenproduktion herstellen kann. Das Unternehmen H2Pro hat nun eine Finanzierungsrunde in Höhe von 22 Millionen Dollar abgeschlossen. Die Finanzierungsrunde lief unter der Führung von Bill Gates‘ Investitionsunternehmen Breakthrough Energy Ventures.

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Laut dem Nachrichtenportal Renew Economy arbeitet H2Pro an der Entwicklung eines Wasserspaltgerätes, das nach Angaben des Unternehmens einen Wirkungsgrad von 95 Prozent erreichen kann und deutlich weniger kostet als ein Elektrolyseur, wie er normalerweise zur Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff verwendet wird. E-TAC, kurz für Electrochemical, Thermally Activated Chemical, sei der Elektrolyse insofern ähnlich, als dass auch diese Technologie Elektrizität verwendet, um Wasser in seine Bestandteile zu spalten.

Im Gegensatz zur konventionellen Elektrolyse werden bei E-TAC Wasserstoff und Sauerstoff jedoch in einzelnen Schritten getrennt erzeugt – in einem elektrochemischen und einem thermisch-aktivierten chemischen Schritt. Die Trennung von Wasserstoff und Sauerstoff in zwei getrennten Prozesse reduziert den Investitionsaufwand für die Entwicklung der Technologie erheblich, da der teuerste und empfindlichste Teil eines Elektrolyseurs, die Membran, hier entfällt. E-TAC-Geräte seien daher viel einfacher und billiger herzustellen sowie sicherer in der Anwendung.

„Wasserstoff ist ein wichtiger Teil eines jeden Plans, um Klimaneutralität zu erreichen“, sagte H2Pro-Chef Talmon Marco. „Er wird bereits ausgiebig genutzt und wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen, da er fossile Brennstoffe in vielen Anwendungen ersetzen kann, aber im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen kein CO2 produziert.“

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In der vergangenen Woche konnte das Unternehmen dann eine Finanzierungsrunde der Serie A2 im Wert von 22 Millionen US-Dollar abschließen. Die Finanzierungsrunde wurde von Bill Gates‘ Unternehmen Breakthrough Energy Ventures und Breakthrough Energy Ventures Europe sowie von IN Venture, dem Risikokapitalarm der israelischen Sumitomo Corporation, angeführt. „H2Pro’s Ansatz zur Wasserstoffproduktion ist einzigartig, da er sowohl elektrisch als auch chemisch angetrieben ist, was enorme Möglichkeiten für diesen wichtigen Markt bietet“, sagte Carmichael Roberts von Breakthrough Energy Ventures. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit [H2Pro] und der Europäischen Kommission, um das E-TAC-System von H2Pro weiterzuentwickeln und die Mission des Unternehmens zu unterstützen, kostengünstigen grünen Wasserstoff zu kommerzialisieren.“

Breakthrough Energy Ventures wurde 2015 von Bill Gates gegründet, der Microsoft-Gründer ist jedoch längst nicht mehr der einzige Milliardär hinter der Organisation: Auch Amazon-Chef Jeff Bezos, der britische Unternehmer Richard Branson, der Medienmogul und ehemalige Bürgermeister von New York City Michael Bloomberg und Jack Ma, Gründer und Chef des chinesischen Handelsriesen Alibaba, sind mit an Bord.