12. Mai 2021

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Riesige Kinderporno-Plattform gesprengt

Eine der größten Kinderporno-Plattformen im Darknet ist gesprengt!

Das Portal „Boystown“ hatte nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) mehr als 400 000 Mitglieder. Die Hauptverdächtigen: drei deutsche Männer.

Bei ihnen handelt es sich laut BKA um einen 40-Jährigen aus dem Kreis Paderborn, einen 49-Jährigen aus dem Landkreis München und einen 58-Jährigen, aus Norddeutschland stammenden Mann, der seit mehreren Jahren in Südamerika lebt. Dazu nahmen Ermittler in der Region Concepción (Paraguay) ein weiteres mutmaßliches Bandenmitglied fest.

Der Vorwurf: bandenmäßige Verbreitung kinderpornografischer Inhalte. Die Kinderporno-Plattform ist nun abgeschaltet, schreibt das BKA bei Twitter.

Den drei Männern wird vorgeworfen, die Plattform als Administratoren betrieben zu haben. Ein weiterer Beschuldigter (64) aus Hamburg soll einer der aktivsten Nutzer der Plattform gewesen sein und mehr als 3500 Beiträge gepostet haben.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das BKA hatten bereits Mitte April insgesamt sieben Objekte in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hamburg durchsucht. Seitdem sitzen die Verdächtigen in Untersuchungshaft. Jetzt informierte das BKA über den Schlag gegen das Kinderporno-Netzwerk.

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann nennt den Schlag gegen das Kinderporno-Netz einen „phantastischen Ermittlungserfolg bei der Bekämpfung von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“. Ihre Ansage an die Kinderporno-Verbrecher: „Die Luft für alle Personen, die sich an der Verbreitung schlimmster Fotos und Videos beteiligen, wird immer dünner.“

 

Das war „Boystown“

Die kinderpornografische Plattform gab’s seit mindestens Juni 2019 im Darknet. Darüber wurden weltweit Kinderpornos getauscht – die Aufnahmen zeigten hauptsächlich Missbrauch von Jungen. Auf den Bild- und Videoaufnahmen war auch schwerster sexueller Missbrauch von Kleinkindern zu sehen.

Das Forum war laut BKA „in verschiedene Bereiche unterteilt, um eine strukturierte Ablage und ein einfaches Auffinden der kinderpornografischen Inhalte zu ermöglichen.“ Dazu gab’s zwei Chat-Bereiche – mit verschiedenen Sprachkanälen.